13. Februar – anno 2012

Seit 1998 ist Dresden nun schon der teils unrühmliche Austragungsort des Protestierens und Gegendemonstrierens. Am Anfang noch mit 40 Neonazis waren diese zuletzt schwankend vierstellig. Der damit steigende und zunehmend besser organisierte Gegenprotest sorgt mit seinem proklamierten zivilen Ungehorsam für Blockaden und mittlerweile glücklicherweise auch Fernbleiben der rechten Gedankenträger. 2011 war dann - nach der erfolgreichen Sitzblockade 2010 - leider am 19. Februar der bisherige Gewalthöhepunkt erreicht: Es kam zu unschönen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und gewaltbereiten Gegendemonstranten (Stichwort: Schwarzer Block) und einem Ausweichen der Neonazis nach Dresden-Plauen - einem besser situierten Wohngebiet. Zum Glück konnte durch die Ordnungshüter hier dann Gravierendes verhindert werden. Auch für den morgigen Montag ist - neben den offiziellen Gedenken am Heidefriedhof und der Menschenkette um Altstadt und Neustädter Elbufer - wieder ein Protestzug angekündigt. Er soll sich dieses Jahr im Segment des 26er-Rings im Bereich Wiener Straße, Ammonstraße und Schweriner Straße abspielen. Mit "überschaubaren" ein bis zweitausend Teilnehmern wird gerechnet. Der Gegenprotest wird natürlich seit Wochen wieder organisiert. Bereits am heutigen Sonntagabend kann man wieder das Aufziehen und Postieren der bundesweiten Polizeikräfte beobachten. Dieses Jahr mit nochmals neuem Konzept der Deeskalation sowie Kommunikation. Hoffen wir, dass es morgen weitgehend friedlich und besinnlich bleibt - so wie der 13./14. Februar in Dresden auch begangen werden sollte. (Mehr Infos gibt es unter anderem bei der Sächsischen Zeitung)
stefan am 12.02.2012 bisher 3 Kommentare

3 Kommentare zu diesem Beitrag

  1. Daniel   15.02.2012

    „[Die Polizeikräfte] dieses Jahr mit nochmals neuem Konzept der Deeskalation sowie Kommunikation“, und siehe da: keine „unschönen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und gewaltbereiten Gegendemonstranten (Stichwort: Schwarzer Block)“.
    Die Leute wollen sich ja nicht mit Polizisten schlagen. Sie wollen protestieren. Für Demokratie & gegen Nazis. Beides in Sachsen ein Problem.

    • stefan   15.02.2012

      ich glaube die, die letztes jahr für 100 verletzte polizisten gesorgt haben, die wollten nicht für demokratie demonstrieren. das waren wohl krawalltouristen.

      wieso ist das denn in sachsen ein problem? kannst du das näher erläutern?

      unverständlich ist für mich trotzdem die kunterbunte art einiger gegendemonstranten, mit der an einem 13. februar in dresden “gedacht” wurde. nazis-raus hin – protest her, die faschingesken fotos von protestlern an so einem tag haben mich schon traurig gemacht.

  2. caro   14.03.2012

    Also ich fand es gut, wie es dieses Jahr gelöst wurde. Letztes Jahr herrschte totales Chaos und alle waren überfordert.
    Dieses Jahr haben sich die Nazis ja nur mal kurz die Füße vertreten dürfen. Ein Erfolg in ganzer Linie – mit der Hoffnung, dass sie es im nächsten Jahr ganz lassen.

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