AC/DC in Dresden – der “Rock ‘n Roll Train” im Ostragehege

Für einen von drei Deutschland-Terminen ihrer Black-Ice-Europa-Tournee 2010 wählten die legendären Hard-Rocker von AC/DC unser schönes Dresden aus. Das letzte Mal spielten sie vor zehn Jahren in der sächsischen Landeshauptstadt. Und um dem Anlass zu entsprechen, wurde mit einer Woche Vorbereitung das Ostragehege in einen Konzertkessel umgewandelt. Die Musikrichtung ist zwar nicht so meine, aber ich denke AC/DC kann schon als eine Art Allgemeinmusik bezeichnet werden, die genreübergreifend gern gehört wird. Ich hätte jetzt vorm Konzert auch keine fünf Lieder namentlich nennen können, konnte mich jedoch beim Konzert entsinnen, die ein oder andere Melodei bereits gehört zu haben. Einziger Knackpunkt waren nun noch die knapp 80 Euro Eintritt, die über den virtuellen Ladentisch gingen - aber es ist am Ende auch bloß Geld, welches ich gestern schließlich gegen ein unvergessliches Ereignis eintauschen konnte. Wie Gründungsmitglied und Bandmittelpunkt Angus Young während der Stücke und seiner Soli ausdauernd über die riesige Bühne fetzte und dabei mit seiner E-Gitarre allerlei Klanggut erzeugte war absolut beeindruckend. Wir haben uns während des langen Solos des Lead-Gitarristen wirklich ein paar Mal an den Kopf gegriffen, was dieser 55jährige (der nach ner halben Stunde dann mit nacktem Oberkörper spielte) noch drauf hat und für ein Laufpensum an den wirklich schönen Abend legte. Wie ich Twitter und Erzählungen entnehmen konnte, war das Ereignis auch noch kilometerweit gut hörbar. Als Konzertteilnehmer weiß man aber erst was man verpasst hätte, wenn man die Bühnenshow - zumindest bei dieser Band - nicht vor Augen hat. Dreist waren natürlich mal wieder die Apothekenpreise für Getränke, welche auch in 1-Liter-Messbechern für 10 Euro ausgeschenkt wurden. Ich habe wohlweislich nicht allzu viel Geld mitgenommen - was bei anderen Besuchern wohl nicht der Fall war. Und so wurde während der beiden gerade noch erträglichen Vorbands teilweise schon ordentlich vorgebechert um dann während des Konzerts unkoordiniert durch die Gegend zu spacken. War wohl für einige trotzdem noch erschwinglich. Ansonsten war das Publikum durchschnittlich der 40-50-Fraktion zuzuordnen. Man fühlte sich auch etwas in die Neunziger Jahre zurückversetzt ob der vielen Jeans-Jacken ;-) Aber trotzem möchte ich denjenigen, die sich bei so einem Konzert als Trittbrettfahrer (allen voran natürlich die Getränkefraktion) schmarotzend die Taschen vollhauen, am liebsten mit Schmackes und beherzt nen Becher an den Kopf werfen da man eigentlich keine andere Wahl hat - aber das wäre auch nur Verschwendung von Pfand und der Sache nicht dienlich. Frech finde ich auch immer wieder die nachlässige Beachtung des Eichstrichs, was mit den üblichen Ausreden gekontert wird. Aber bevor ich keinen ordentlich gefüllten Becher vor mir hab, gibts auch kein Geld - und die finden sicher nen anderen Blöden. Sehr ärgerlich auch, dass wegen ein paar Idioten, die die Sicherheitszäune umreißen mussten, das für hinterher geplante fulminante Feuerwerk (inklusive Rock 'n Roll Train) ausfallen musste. Klasse ihr Schwachmaten! Glücklicherweise gab es - anders als bei Robbie Williams vor vier Jahren - nicht nur einen Ausgang, so dass sich die Heimreise etwas beschleunigte. Nun sollen aber noch ein paar meiner Bilder und ein wirklich gutes Video, welches ich bei Youtube gefischt habe, sprechen: YouTube Preview Image
stefan am 21.06.2010 bisher 4 Kommentare

4 Kommentare zu diesem Beitrag

  1. le petit papa   22.06.2010

    Sehr hübsch zusammen gefasst. Habe zwar schon emotional ergreifendere Konzerte erlebt (von anderen Liedermachern), aber AC/DC gehört nun mal auch in unserem Alter in die Schublade “musste live gesehen haben”.

    Vielen Dank nochmal für das schnelle “aus der Gefahrenzone Bringen” mittels Cooper S. War ein kleiner Ersatz für das ausgefallenen Feuerwerk ;0)

  2. Heike Spitz   23.06.2010

    Sehr schade!!! Soll das Konzert live gewesen sein????
    Das kann ja wohl nicht wahr sein!! 70 000 Leute, na prima!!! Zum Schluss stand man auf der Straße!! Und gute Stimmung haben die Dresdener auch nicht drauf!!! Dafür kommen wir extra aus Hannover!!!!
    Angus war Prima!!!!!!!!!

    • stefan   23.06.2010

      waren die jungs nicht sogar auch in hannover? ja die allgemeine stimmung war zwar gut aber nicht direkt “kochend”. vor allem vor der zugabe. naja ist eben keine teenie-band :-)

  3. le petit papa   24.06.2010

    Wärt ihr mal lieber in Hannover geblieben :0) Gute Stimmung kennt ihr aber auch erst seit dem Eurovision Song Contest… Vielleicht ist den meisten ja beim Bierpreis die Gute Laune abhanden gekommen…

Eine Meinung, Frage oder Anmerkung dazu?
Wir freuen uns sehr über deinen Kommentar!

deine E-Mail oder Website angeben? (optional)

Schlagworte: , , ,