Beherztes Dresden

Der Kirchentag in Dresden ist zu Ende - Zeit, ein Fazit zu ziehen. Vorher war viel spekuliert worden - einen Kirchentag in Sachsen, dem atheistischen Bundesland? Geht so etwas? Geht ja wohl, bestätigten viele Besucher. Denn als beispielsweise am Mittwoch abend ein Kerzenmeer die Stadt erleuchtete, war es egal, wer woher und warum hergekommen war. Religion hin oder her - hier geht es um Zusammenhalt. Schöne Augenblicke. Viele Menschen halten inne, schauen verwegen auf die Kerzen und freuen sich. Und genau das war das Ziel des Kirchentages. Natürlich gab es auch viele Veranstaltungen. Alle Hallen, alle Orte, wo man eine Veranstaltung abhalten könnte, waren - so schien es - belegt. Überallhin stürmten die Menschen, manch einer, der kurz vor Veranstaltungsbeginn noch ein Plätzchen ergattern wollte, musste enttäuscht umkehren. Rosa und grün waren die Farben der Stunde. Tausende Menschen im grünen Schal liefen durch die Stadt. Mit so einem grünen Utensil fühlt man sich - wie soll ich das sagen - als Teil eines großen Ganzen. Irgendwie. Klingt blöd. Aber in dem Moment zeigt man nicht zwingend, dass man Christ ist, sondern dass man tolerant ist. Weltoffen. Nicht durch die Gegend läut und sagt: Christen sind doof. Ob nun Christ oder nicht, ich feiere hier mit. Meine Stadt. Mich. Und überhaupt. Klar gab es auch genervte Gesichter. Viele flohen gerade aus der Stadt, hinein ins Grüne. Wetter dazu war ja. Mülleimer waren überfüllt. In den ebenfalls überfüllten Staßenbahnen wurde fleißig auf Füße getreten. Und manch einer konnte sich zum Männertag nicht so gehen lassen, wie sonst. Der Kirchentag hat vor allem gezeigt, dass Dresden eine Großveranstaltung ausrichten kann. Dresden hat mehr zu bieten. Und viele werden wiederkommen, weil sie gemerkt haben, dass wir ein "beherztes" Dresden haben - jeden Tag.  

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