CoWorking in der Dresdner Neustadt? @CoOrpheum

Der Begriff Co-working sollte dem neuzeitlichen Menschen geläufig sein – hier arbeiten freiberufliche oder sonstig ungebundene Kreative und Kopfarbeiter in einem mehr oder weniger schicken Gebäude auf gleichem oder zusammenhängenden Raum. Mit allen Vor- und Nachteilen. Das ist eventuell vergleichbar mit einer Wohngemeinschaft (WG) – nur eben als Arbeitsgemeinschaft (AG) .

Der zeitliche Rahmen bewegt sich bei solchen Konzepten – das bekannteste in Deutschland ist wohl das betahaus in Berlin Kreuzberg – von einem Tag bis mehrere Monate oder Jahre. Das richtet sich natürlich immer nach den Bedürfnissen des Arbeitswilligen – das kann der Student sein, der abseits von Uni-Bibliothek und Wohnheim was zu Papier bringen will – bis zum freiberuflichen Designer, der nicht zu Hause sitzen möchte.

Die Neustadt ist natürlich DER Stadtteil, der wie kein anderer Dresdner Bezirk lebendig und dynamisch aber auch gemütlich bis  alternativ ist. Bürogemeinschaften gibt es hier auch, jedoch kein mir bekanntes neuzeitliches CoWorking-Angebot. In ganz Dresden findet man zwar mindestens fünf solcher – jedoch böte die Neustadt natürlich einen eigenen Reiz.

Beides könnte also nun zusammengeführt werden. Und zwar im Orpheum auf der Kamenzer Straße. Dieses wurde seinerzeit als Ball- und Festsaal genutzt – was heute leider nicht mehr möglich ist, da die um- und anliegenden Häuser vom Geräuschpegel beeinträchtigt würden. Fraglich ist natürlich, warum man dann einen Ballsaal dorthin baut – oder wurden die Wohnhäuser erst später gebaut?

Wie dem auch sei – der Betreiber hat nach neuen Möglichkeiten der Nutzung gesucht und Gesprächspartner in ein paar pfiffigen Dresdnern gefunden, die für das Orpheum ein Co-working-Modell entwickeln möchten. Der Name ist schon gefunden (CoOrpheum) und den aktuellen Projektplan kann man sich online durchlesen (Link). Nun haben sie drei mietfreie Monate Zeit, einen lauffähigen Prototypen zu entwickeln und umzusetzen. Die erste große Sitzung war am Montag. Ich bin gespannt, wie schnell und wohin es sich entwickelt und werde das unbedingt im Auge behalten.

Da ich das Gebäude und auch die Idee sehr spannend finde, habe ich mich auch mal dort umgesehen und ein wenig mit einem Teil der Initiatoren plaudern können. Meine fotografischen Eindrücke kann man sich hier mal anschauen:

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Eine muntere Diskussion entspann sich auch unterm Blog-Beitrag von Anton Launer. Die Meinungen gehen hier von “schade um das schöne Gebäude” bis zu “gute Idee – endlich wird hier mal was”.

Ich wünsche auf jeden Fall viel Erfolg, der sich natürlich mindestens aus Ideen, Zusammenarbeit, Nachfrage und Fleiß zusammensetzt.

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