Das Spiel der Spiele…

...konnte am Samstag im Rudolf-Glückgas-Stadion bestaunt werden. Die Bude fast voll dachte so mancher Fan nach der ersten Halbzeit, das Ding ist gelaufen, zumal es 0:3 stand. Für einen Fan war die Aufregung zu groß - er bekam einen Herzinfakt, musste minutenlang reanimiert werden. Unglaublich, wie nah Glück und Leid beieinander liegen... So mancher Fan verließ wohl auch das Stadion, Pech gehabt Freunde, denn dann gings richtig los. Ab der 68. Minute bebte die Hütte, keinen hielt es mehr auf den Sitzen, denn innerhalb von 120 Sekunden wurden 2 Tore geschossen. Dynamo merkte langsam, dass Leverkusen zu knacken ist. Und die Zuschauer waren wirklich "der 12. Mann"! Gegröhlt und gejubelt, gezittert und gemeckert - ein Wunder, dass nicht noch mehr Fans umkippten, so wie sich manche aufregten. Natürlich hat der Schiri immer Schuld, wenn Koch die Hand am Ball hat und der Schiri völlig berechtigt pfeifft, gibt es immer noch Zuschauer, die sich über die Entscheidung aufregen. Fragezeichen. Genau mancher Kommentar am Ende, als die Führung nur noch gehalten werden musste. "Hau ihn um!" war wohl kein konstruktiver Einwurf. Aber völlig berechtigt hieß es nach dem Ende der Verlängerung "Ihr könnt nach Hause gehn" und "So sehn Sieger aus". Respekt auch an die Leverkusener Fans, die manchmal lauter waren als der ganze Dynamo-Anhang zusammen. Trotzdem wurde mal wieder was angezündet. Klassiker. Mann! Wenn die Leverkusener ihre Rauch-Gas-Bomben-was-auch-immer mitbringen, okay. Aber Leute: Zu Hause wird benommen! Und der DFB war da! Trotzdem brannte nach Ende des Spiels im K-Block eine rote Fackel. Oder was es auch immer war. Ansonsten haben sich aber alle benommen. Danke dafür.
anja am 01.08.2011 bisher 11 Kommentare

11 Kommentare zu diesem Beitrag

  1. Eine Sportart schönreden   03.08.2011

    Was sagt man denn dann zu den Ausschreitungen vom Wochende in Berlin beim FCB gegen Kaiserslautern?

    “Dieser Verein hat seine Fans nicht im Griff.” Ja, haben das denn andere? Fan-Projekte und -Betreuer begleiten fast jeden Verein wie der Notarzt.

    Das sowas überhaupt nötig ist. Die Sportart selber kann wohl nichts dafür, aber wenn ich dann von “toller Atmosphäre” und “lautstarker Anfeuerung” lese, steht da für mich Hass auf andere und Provozieren von Gewalt. Und ich muss auch keinen Respekt empfinden, wenn sich die “Fans” mal ausnahmsweise nicht blutig schlagen.

    Das Problem ist vielschichtig und mit der Milde und dem Weichspülen von Vereinen, Redaktionen und Kommentatoren (“Die wollen doch nur ihren Spaß!”) ist nichts gewonnen.

    Guter Rat: Einfach mal den Film “66/67 – Fairplay war gestern” vom November 2009 anschauen. Schonungslos erkennt man dort, warum Toleranz oder Ignoranz gegen solche Leute äußerst gefährlich ist. Aussperren und, wenn das nicht hilft, einsperren. That’s it!

    • le petit papa   03.08.2011

      Toller Text… Ein wahrer Meister der groben Zusammenfassung und Sprücheklopferei war wohl am Werk. Danke!!!

      • stefan   03.08.2011

        haha ein echter robert. du darfst aber auch gern zum spiel deine meinung schreiben. und überhaupt.

        • le petit papa   04.08.2011

          ich war leider nicht vor ort, weil selber aktiv (inkl. gewaltbereitem publikum, wie es auf jedem fussballplatz zu finden ist :0). ansonsten geht das spiel natürlich in die fußi-geschichte dresdens ein, positives in den medien über “dünamö” inklusive.

          Naja, ansonsten bin natürlich nicht ganz der meinung von er/sie/es “Eine Sportart schönreden”. Natürlich hat in der vergangenheit eine gewisse zahl von personen aus der bildungsresistenten schicht der stadt dresden (und umland) für sehr negative schlagzeilen gesorgt, aber die ermittlung des stärkeren durch einen feinen faustkampf (gern auch in der größeren gruppe) gibt´s nicht erst seitdem gegen die pille getreten wird. ich will auf keinen fall gewalt verherrlichen. wo unfreiwillige/wehrlose attackiert werden oder mit einbezogen werden und mit gegenständen gearbeitet wird hört der spaß auf. diese leute gehören bestraft.

          früher traf man sich vor/nach dem spiel im großen garten, hat sich kurz oder auch mal länger ausgeklopft und dann mit blutiger nase und blauem auge ein bierchen zusammen getrunken. früher war alles besser ;0)

          aber warum 10.000de in den gleichen topf werfen und die schönste nebensache der welt in den dreck ziehen??? gemeinschaftlicher “hass” und “provozieren von gewalt” ist nicht nur ein bißchen über´s ziel hinaus geschossen, sondern BULLSHIT (er/sie/es ist ja auch dem englischen mächtig)…

          Das war´s erstmal von mir, ich muss jetzt in die videothek “66/67” soll´n guter film sein…

          • stefan   08.08.2011

            ;-) schön gesagt. auch das mit dem ausklopfen.

  2. Anja   03.08.2011

    Dem stimme ich zu, wenn auch nur bedingt. Viele der 26.000 Fans vom Samstag (mich eingeschlossen) sind weder gewaltbereit noch extremistisch. Die, die dort randalieren suchen nur jemanden zum Verprügeln und nehmen als Plattform den Fussball. Das ist traurig. Und auch der Herzinfakt des Fans zeigt: Viele nehmen Fussball zu ernst. Es ist die schönste Nebensache der Welt, aber es sollte eben auch eine NEBENSache bleiben. Nur, weil der Mensch im anderen Trikot dasitzt, muss ich ihn nicht verprügeln.

  3. Eine Sportart schönreden, die Zweite   10.08.2011

    Na, da ist aber eine rege Diskussion in Gang gekommen. Scheinbar gibt es doch Bedarf sich auszutauschen.

    Aktuelles Beispiel der Überbewertung und bedeutungsmäßigen Überfrachtung der “schönsten Nebensache der Welt”: Dieser unsägliche Radio-Spot der ARD-Sender zum Beginn der Sportschau-Berichterstattung zur Bundesliga. Als wären da Entzugs-Geschädigte zu bedienen.

    Und Begriffe wie Blutgrätsche, Kampfschwein etc. (aus dem Gedächtnis zitiert) sowie “Helden werden in der Sportschau gemacht” etc. gehen doch genau in die von mir kritisierte Richtung; Kriegsvokabular. Was sitzen denn da für Hirnis in den Redaktionen oder Agenturen??

    Übrigens: Er/sie/es, also ich, ist männlich, Baujahr 1954 und aus dem Westen. Aber tut das was zur Sache?

    • anja   12.08.2011

      Hoppla, Blutgrätsche ist dann doch etwas arg. Aber im Fussball gilt sowieso: Wenn der Schiedsrichter gegen die Lieblingsmannschaft pfeifft, ist es immer falsch, wohingegen die anderen schlechter bestraft werden könnten. Immerhin muss man sehen: Wäre man in einer anderen Stadt geboren, wäre man von einer anderen Mannschaft Fan…es sei denn man gehört zu denen, die grundsätzlich für Bayern sind…

    • le petit papa   14.08.2011

      Aha, mit was haben wir den nun ein Problem??? Mit der Sportart, den Leuten die diese Sportart toll finden (“Fans” darf ich sicher nicht schreiben, bei den ganzen Kriminellen im Stadion), oder der Berichterstattung darüber??? Deine Herkunft spielt übrigens keine Sache (trotzdem mein Beileid :0), aber “Eine Sportart schönreden” klingt sehr unpersönlich…

      Hirnis in den Redaktionen… ja, bin ich ganz deiner Meinung. “Blutgrätsche”, “Kampfschwein”, etc. sind aber Begriffe wie sie in jeder Sportart zu finden sind. Z.B. zitiere ich mal aus dem Gedächtnis Monster-Block (Basketball); Leberhaken (Boxen); Stockschlag (Eishockey); König schlägt Königin, Bauer schlägt Pferd (Schach)….usw. diese Liste könnte man beliebig fortsetzen.

      Hoffentlich kommt im nächsten Beitrag nix von sexistischer Aussprache in dieser “schön-geredeten Sportart”, Begriffe wie Manndeckung, reinmachen und Freiststoß gibts nämlich auch noch im Fußi… achso, beim Golfen wird übrgigens “Eingelocht” ;0)

  4. Eine Sportart schönreden, die Dritte . . .   15.08.2011

    Ich lese die neuen Posts mit großer Freude. Da tun sich ja geradezu literarische Talente auf. Im Ernst.

    Ich lass es jetzt auch mal gut sein. Meine Meinung dürfte hinlänglich bekannt sein.

    Noch ein Nachschlag zu den Begrifflichkeiten: Sogar in der christlichen Seefahrt gibt es den “Deck-Offizier”.

    • le petit papa   16.08.2011

      …naja, bei der christlichen Seefahrt ist dieser Begriff bestimmt nicht soweit weg von der Wahrheit…

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