40 h, 13 Hemden, 3:00 min – Dogs, Bones & Catering mit 2x11wattmono

Zahlen über Zahlen und kein Sinn dahinter. Denkste. Fangen wir von hinten an: 2x11wattmono – unter diesem Namen werkeln seit einigen Jahren zwei zugewanderte Dresdner an ihrer Passion – dem Kurzfilm. Dogs, Bones & Catering – ein Kurzfilmfestival über das ich bereits berichtete (hier). 13 Hemden wurden in 40 h gefilmt, zusammen geschnitten & 3:00 min blieben am Ende übrig. Rosuock und Jetl, Jetl und Rosuock – sie lieben den Film. Ob kurz oder lang, schwarz/weiß oder knallbunt, Musikvideo oder einfach nur Trash, P18-Video bei Youtube oder doch einfach nur ein Video mit pinkem Gymnastikball mitten auf dem Feld gedreht. Die Fantasie der beiden ist mehr als groß – doch einem bleiben sie vorerst treu – dem Kurzfilm. Träume zu Größerem sind jedoch vorhanden. Seit einigen Jahren drehen sie ihre Filme in Eigenregie, reichen ihre Kunstwerke bei diversen Veranstaltungen ein und arbeiten ab und an für lokale Projekte. Bereits im Jahr 2008 nahmen Sie an Dogs, Bones & Catering teil und gewannen prompt den silbernen Knochen. Derzeit groß im Thema ist der Relaunch ihrer Internetseite (hier lang). Noch bis vor kurzem konnte man in einem Blog über Ihr tagtäglich spannendes Leben (immer mit einem Hauch Ironie versehen) lesen, doch darauf haben Sie jetzt keine Lust mehr, legen das Hauptaugenmerk komplett auf den Film. Bis zum Start des ModCast - der Mono-Podcast, am 30. April, 23:59:59 MEZ werden Besucher mit einem einzigen Video vertröstet. Und weil ich nichts mit meiner Zeit anzufangen habe, bin ich den Jungs ein komplettes Wochenende nicht von der Seite gewichen. Warum? Einfach so. Anlass? Das Kurzfilmfestival Dogs, Bones & Catering. Los ging’s am Freitag, 1. April. Zwei Stunden warten - 0:00 Uhr wird das Thema bekannt gegeben. Bis dahin wurde die Zeit mit Bier und bleede rumquatschen vertrieben. Wie aus den letzten Jahren bekannt, waren alle darauf vorbereitet, dass das Thema nicht wirklich einen Sinn ergibt. Die Lostrommel wurde in Bewegung gesetzt, Spannung, Ruhe und *tuuuusch* *tadaaaa* „DAS LETZTE HEMD“ sollte es also 2011 sein. Fortan waren Jetl und Rosuock nicht mehr wirklich ansprechbar. Es ratterte im Kopf. Alle Gedanken drehten sich um eins – das letzte Hemd. Wie kann es am besten verpackt werden? Bis 3:30 Uhr wurde am Konzept geschrieben. Herr Novák wurde ins Leben gerufen – genauer gesagt

„Die Metamorphose des Herrn Novák“.

Trister Alltag, langweiliger Job, unlustige Freunde und ein Virus – all das soll in 3:00 min gepackt werden, nicht zu vergessen: das letzte Hemd. Ich habe mir das Konzept durchgelesen. Schon hier merkt man den beiden die Liebe zum kleinsten Detail an. Hier wird mit Ehrgeiz und Spaß die Fantasie in Form und Farbe gebracht. Utensilien, Requisiten – nichts wurde extra gekauft. Gearbeitet wurde nur mit bereits vorhandenen Dingen – Konfettipistole und rosa Cowboyhut hat man ja auch immer allzeit bereit in irgendeiner Schublade liegen. Es folgte ein kurzer Schönheitsschlaf. Zwischen 9:00 und 10:00 Uhr wurde das Set aufgebaut. Gedreht wurde im heimischen Arbeitszimmer. Mittendrin statt nur dabei war auch Suuus mit drei U – allzeit eine beliebte Hilfe für Rosuock und Jetl - nicht zuletzt auch, weil sie die Jungs während der Arbeit zusätzlich mit Essen und Getränken versorgt (würden sie wahrscheinlich sonst vergessen). Belichtung, Kamera, Statistin, Hilfsmittelchen, Perücken und 13 Hemden – alles war vorbereitet. Gedreht wurden die Szenen größtenteils an einem Stück. Als ich gegen 11:30 Uhr dort aufschlug waren die ersten Aufnahmen bereits im Kasten. Während im Hintergrund „Moderat – A New Error“ läuft, werden Hemden gewechselt, Utensilien ausgetauscht und alle zu Untoten geschminkt. Bei allem Hin und Her behält jedoch jeder (fast immer) die Übersicht. Gegen 15:00 Uhr waren alle benötigten Aufnahmen im Kasten. Danach hieß es aufräumen und schon 16:00 Uhr ging es zum Film schneiden zu Jetl. Während ich mich zwischendurch verabschiedet hatte, feilten die Jungs unentwegt am Schnitt. Gegen 22:00 Uhr traf ich bei Jetl ein, als die Roh-Schnippelei kurz vor Fertigstellung stand. Danach ging es an die Effekte. „Hollywood“ und „HD“ waren dabei noch die für mich verständlichsten Fachwörter, welche in der Nacht fielen. Die Musik zum Film stammt übrigens aus der eigenen Feder. Genial. Nachdem ich mich aus Müdigkeit gegen 1:00 Uhr wieder verabschiedet hatte, ging es bei den Jungs ohne jegliche Ermüdungser- scheinungen noch bis ca. 7:00 Uhr in die Früh weiter. Nach kurzem Erholungsschlaf ging es dann 14:00 Uhr zur Abgabe. Die Nummer 11 sollte es sein, also warteten wir noch ein kleines Weilchen und ließen Anderen den Vortritt. Nun heißt es warten. 5 Tage lang. Bis zum nächsten Freitag.

1 Woche Pause

Kurz vor DEM Freitag (also am Donnerstag) wurde die endgültige Liste der Filme bekannt gegeben. Nachdem sich 92 Teams am 1. April angemeldet hatten und 64 Filme am 3. April abgegeben worden waren, so sollten am Freitagabend, 8. April, 59 sogenannte Häppchen laufen. Ouih, was war selbst ich aufgeregt. Aber gegen Rosuock war das nix – hibbelig und unruhig. Jetl wirkte eher so „innerlich unruhig“ – ihm hat man nix angemerkt. Es ging los – das Moderatorenteam startete mit einem Song – alles sehr amüsant. „Die Metamorphose des Herrn Novák“ kam sehr gut an. Geklatscht wurde im Endeffekt für jeden Film. Die Guten wurden bejubelt - Herr Novák wurde gefeiert. (Na gut, Andere auch - ich will mal nicht so sein) Nach unzähligen Flaschen Bier kam es endlich zur Knochenausgabe - der goldene Knochen, das Ziel. Die Jury kam auf die Bühne, der dritte Platz wurde angekündigt, das Licht ging aus, Film an – tadaaaaaaaa – die Jungs von 2x11wattmono holen sich den dritten Platz. Freude! Zum bronzefarbenen Goldknochen gab es zusätzlich noch drei Kästen Bier dazu. Was will man(n) mehr. Platz 2 und 1 interessieren hier jetzt nicht – haben aber auch verdient gewonnen. Der goldene Knochen war ja zum Ende hin verschwunden, tauchte aber (laut Informationen aus sozialen Netzwerken) zwei Stunden später wieder auf und wurde den Gewinnern im Ostpol überreicht. Nach Ende der Veranstaltung wurde draußen noch ein wenig geplauscht. Andere Besucher kamen, gratulierten und wollten am Ende doch nur Bier – kurz am Fame geschnuppert. Verdient gewonnen – ohne Frage. Jetzt fehlen nur noch der goldene Knochen und der Publikumspreis. Am Ende kann ich sagen, dass es für mich mehr als interessant war, solch eine Sache mal aus der Nähe zu betrachten. Nicht zuletzt, weil man mitbekommt, wie viel Spaß sie an dem Projekt hatten. Authentisch & lustig, wenn man dann zum Schluss noch dafür ausgezeichnet wird  – was Besseres kann es nicht geben. Vielleicht häng‘ ich mich nächstes Jahr wieder an die Jungs – diesmal für den goldenen Knochen.

Zum Schluss noch einen Schnappschuss der Schönheiten ....

.... ein paar Bilder aus der eigenen Kamera (qualitativ wieder seeeeehr hochwertig) ....

.... sowie das 3:00 min Häppchen.

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caro am 11.04.2011 bisher 3 Kommentare

3 Kommentare zu diesem Beitrag

  1. Mandy   15.04.2011

    Richtig gut geworden. Aber das Ende ist etwas scary.

  2. stefan   16.04.2011

    gute sache. glückwunsch zur brongse!
    sehr krass find ich ja auch die 64 eingereichten filme. ist das dann auch überregional?

    • caro   20.04.2011

      ich glaube überregional gestaltet sich eher schwierig, weil am ende ja doch nur 40 h zeit sind. dresden und umland würde ich mal behaupten

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