Filmnächte am Elbufer 2010 – meine neun Kritikpunkte
Letzten Donnerstag gingen Sie nun endlich los: Die Filmnächte am Elbufer – das wohl schönste Freiluftkino Dresdens, Deutschlands und am Ende sogar der Welt.
Lange Monate darauf gewartet und herbei gesehnt – und gleich beim ersten Besuch Ärgernisse und Enttäuschungen erlebt sowie drumherum Merkwürdigkeiten festgestellt. Schade!
Man möge mich bitte nicht falsch verstehen: Die Planung und Durchführung einer solchen Veranstaltung finde ich großartig und zolle dem meinen größten Respekt. Jedoch sollte Kritik damit unbedingt einhergehen dürfen.
Nummer 1:
Einlass war laut Plan 20 Uhr. Rein gings dann erst viertel neun. Da steht man halt wartend davor und möchte fast Willkür oder falsch gehende Uhren unterstellen. Ein Grund wurde nicht bekannt gegeben. Aber was will man als Gast schon erwarten. “Die Leute kommen ja sowieso” wird man sich denken.
Nummer 2:
Dann wurde endlich zur Kasse gebeten. Zwei Abendkassen waren besetzt. Für die geschätzt zwölf Leute vor uns vergingen dann nochmal gefühlt endlose 10 Minuten. Sowas muss schneller gehen! Wird sowas denn nicht geübt? Eine persönliche Widmung auf meiner Karte gab es jedenfalls nicht.
Nummer 3 (eigentlich mein Hauptpunkt):
Wenn ich schon pünktlich zum Einlasstermin da bin, will ich einfach auch einen halbwegs gemütlichen Platz mit Lehne oben im Filmgarten haben. Dieses Jahr ist es aber so schlimm wie nie: Bis auf ein paar Tische in der Mitte ist alles für unter anderem Klubkartenbesitzer, AOK-Kunden, Freunde des Veranstalters etc. reserviert und man bekommt als Normalo nen dicken Hals bei einer derartigen Zweiklassengesellschaft. Loben möchte ich jedoch wie jedes Jahr die reservierten Plätze für unsere behinderten Mitmenschen. Darüber hinaus waren aber auch auf der Steintreppe in der Mitte die hintersten fünf Reihen der Plastikstühle abgesperrt. Für welche wichtigen Leute auch immer… Diese freien Plätze kann man auch auf einem der Fotos unten ganz gut erkennen.
Nummer 4:
Die Preise für Eintritt, Getränke und Speisen sind an der Schmerzgrenze – das aber nicht erst dieses Jahr. Man hat sich zwar mittlerweile daran gewöhnt, aber dadurch bleibt der Besuch für den Durchschnitts-Dresdner eine Besonderheit – also nicht mehr als drei Besuche pro Saison – leider. Die teils langen Schlangen an den Bars lasse ich mal durchgehen und hoffe einfach, das war einem technischen Problem geschuldet.
Nummer 5:
Warum das Tonknacken und die Bildsprünge während des Films immer wieder auftraten, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass sie mich gestört haben.
Nummer 6:
Dieser peinliche Ansager vorm Film, der seine drei Sätze vom Zettel ablesen musste, irgendwelchen Unfug da vorn trieb und durch Einspieler des nachfolgenden Films flankiert wurde .. da schämt man sich einfach nur fremd und es geht einem gleichzeitig das Messer in der Tasche auf wenn Pulp Fiction derart verunglimpft wird. Aber der Herr fand sich scheinbar ganz passabel in seiner Rolle. Sei’s drum.
Nummer 7:
Zwei E-Mails von mir vom Donnerstag an info@filmnaechte.de (siehe Website) wurden bis jetzt nicht beantwortet. Eine lakonische Bemerkung hierzu schenke ich mir.
Nummer 8:
Dieses Wohnzimmer in den vorderen Reihen, für das man Karten auf der Website gewinnen kann, mag ja ne herzige Erfindung sein. Jedoch fand ich (und auch Andere) die Umsetzung des Formulars mehr als misslungen. Richtige Fragen wurden als falsch moniert und es frustriert obendrein schon sehr, wenn man direkt nach der Eingabe aller seiner Daten mitgeteilt bekommt, dass man leider nicht gewonnen hat – wohlgemerkt nachdem man erstmal wieder heruntergescrollt hat. Und das tut einem Webentwickler wie mir doppelt weh, was hier ins Netz gestellt wurde.
Nummer 9:
Generell ist die Werbekampagne dieses Jahr mit den vier Leuten, die auf den Plakaten meinem Empfinden nach leicht grenzdebil in die Nacht starren, zumindest fragwürdig. Aber das wurde zum Beispiel auch schon ganz gut bei Facebook diskutiert. Daher das nur der Vollständigkeit halber.
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Sooo… Manche Punkte für sich betrachtet sind wohl verzeihlich – jedoch nicht alle zusammen. Pulp Fiction, das kühle Bier, die Aussicht auf den Dresdner Barock und die geniale Leinwand hatten meine Laune an dem Abend dann wieder erheblich angehoben. Trotzdem musste ich meinem Ärger nun endlich mal hier Luft machen. Kollege Jung hatte auch bereits ein paar Zeilen hierzu verfasst. Natürlich interessieren mich auch Meinungen unserer Leser oder sogar vom Veranstalter. Ich freue mich über jeden Kommentar!
Es ist aber wohl wie immer in unserer Stadt: Wenn die falschen Leute am Drücker sind und die Entscheidungen treffen dürfen, wird nicht das Optimum herausgeholt was Dresden verdient hätte. Aber was soll man als normaler Bürger daran groß ändern können außer hinnehmen oder boykottieren? Die Karten sind verteilt und daran wird sich wohl so schnell nichts ändern. Schade um die Filmnächte – schade um Dresden. Ich hoffe aber trotzdem, die Kritik kommt an und wird zumindest in Teilen diskutiert. Dankeschön.
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Hier zur Auflockerung noch etwas Bildmaterial:


Stefan, das kann ich so voll unterschreiben! Am Eröffnungstag sehe ich auch gern mal großzügig über noch nicht eingespielte Teams an Kasse und Tresen hinweg, aber das waren echt viel zu lange Wartezeiten am Donnerstag.
Und die Zwei-Klassen-Gesellschaft ist mir auch extrem negativ aufgefallen, vor allem weil man nicht mal oben im Filmgarten lang laufen durfte – d.h. um von einer zur anderen Seite zu kommen, musste man schön Treppe runter, unten lang und dann wieder Treppe hoch. Und der unfreundliche Security-Typ oben war noch die Krönung.
Das kann’s doch nicht sein und man kommt sich als Normal-Kinobesucher ziemlich verarscht vor. Vor allem bei den mittlerweile noch mehr gestiegenen Preisen! Der Getränke- und Essenumsatz von meiner Seite ging dann nach längerem vergeblichen Anstehen auch scharf gegen null.
Über den Ansager decke ich mal das Mäntelchen des Schweigens…
Gestern abend bin ich dann doch etwas versöhnt wurden, zumindest an der Kasse hat alles schnell geklappt (Empfehlung für das 5er Ticket, damit kann man direkt an die Extra-Kasse vorgehen).
bei euch wars wenigstens noch security – ich hatte nur ne nette dame, die mich wieder vom aok-stuhl runterbat. alles bisschen merkwürdig. das mit der treppe ist natürlich echt der gipfel.
aber die 5er-karte muss ich mir trotzdem überlegen. die extra-kasse zählt ja auch für unter anderem online-tickets. und außerdem bin ich immer noch etwas säuerlich auf den verein, der mir immer noch nicht geantwortet hat.
Ich hoffe nicht, dass sich alle Punkte bei meinem ersten Besuch dieses Jahr bewahrheiten…mal gucken, wann ich gehe…allerspätestens zum Dr. Parnassus :-)
vielleicht haben die veranstalter ja schon heimlich diesen beitrag gelesen und arbeiten nun an der verbesserung der umstände. ich hoffe es zumindest sehr für “unsere” filmnächte!
Weiß gar nicht, wie ich auf die Website hier gekommen bin, aber du sprichst mir aus der Seele! Am aller schlimmsten war der Ansager und der peinliche Einspieler. Eine Mischung aus Wut und Scham! Dafür müsste es das Geld zurück geben!!!
ich weiß es ;-) .. hab dich glaube auch gesehen. warst du in der lounge?
Mh, also das mit der Schlange und dem Warten hatte ich nicht. Ich war bei “Shutter Island” und da ging es echt flott. Karten im Netz bestellt und los gings. Der peinliche Mann war bei uns auch da. Und was mich gestört hat: Warum dauert dieses Umdrehen der Leinwand so lange? Muss man das erst nach 21 Uhr beginnen? Kann man vorher schon umdrehen, das verzögert ganz schön, vor allem bei einem Film, der Überlänge hatte. Ansonsten war es mein erstes Mal bei den Filmnächten und ich fands schön. (Gut, der Film war grottig, aber da können die Leute von den Filmnächten nicht für=).
naja dieses selbstfeiern und zelebrieren der leinwand – seis drum. gehört eben zu den filmnächten und zu einem besonderen abend dazu. die tonspur zum drehen und wenden kommt aber so langsam in die jahre.
die uhrzeit hat sicher auch mit dem sonnenstand zu tun – damit man die an die leinwand geworfene illumination und werbung auch gut erkennt ;-)