Filmnächte bei Hochwasser

Nachdem ich von der Eröffnung der Filmnächte am Elbufer ja mit gemischten Gefühlen wiedergekehrt bin, habe ich mich letzten Mittwoch nochmal überreden lassen. Zudem bin ich ja nach wie vor begeistert vom Grundgedanken dieser Veranstaltung. Um das Gelände trotz des Hochwassers bespielbar zu machen, wurden die Zäune umgebaut und eine riesige aufblasbare Leinwand montiert. Und was soll ich sagen - es gab natürlich wieder Negatives und Positives. Zuerst schnell das Unerfreuliche - denn hier oben steht ja "wie es uns gefällt" - und es soll nicht in "wie es uns nicht gefällt" umbenannt werden ;-)
  • Mal wieder Probleme am Einlass. Der Kassenrechner war wohl ausgefallen und wurde von einem hektisch telefonierenden Männlein bearbeitet. Was macht man in so einer Situation als Personal? Natürlich: Am Eingang rumstehen und die Gäste warten lassen. Die Schlange war gut gewachsen und die Geduld mehr als strapaziert. Wäre es nicht schön gewesen, die Leute trotzdem provisorisch abzukassieren und reinzulassen? Eintritt kostet 7 Euro - dafür kommt man aufs Gelände. Was ist daran denn schwer? So wurden wir irgendwann zum anderen Eingang geschickt, der natürlich auch schon gut bevölkert war.
  • Was dem Bierzapfer oben für ne Laus über die Leber gelaufen ist, war uns eigentlich egal. Er soll uns bedienen - und nicht bedient kucken. Wir fanden es zwar lustig - und seine Kollegin dann auch :-) .. aber schon peinlich bei den Getränkepreisen.
  • Dass die Hälfte des Films mindestens der rechte Frontlautsprecher ausgefallen war, ist wohl dem Hochwasser-Leinwand-Provisorium zuzulasten. Sah aus wie ein  Wackelkontakt und wurde teilweise in den Griff gekriegt. Trotzdem war das Filmerlebnis natürlich getrübt/gedämpft.
Nun endlich zum guten Punkt: Ich finde diese aufblasbare Leinwand total klasse! Von mir aus soll die jedes Jahr die komplette Spielzeit dort stehen. Macht zwar optisch nicht so den schicken Eindruck - aber dadurch, dass sie viel näher am Publikum steht, hat man mehr vom Film und vergisst die Welt um sich herum. Außerdem muss der Radweg nicht auf die Elbwiesen verschoben werden. Klar - für die paar Konzerte im Kalender der Filmnächte kann man diese Leinwand natürlich nicht nutzen. Aber dafür kann ja gern die andere Leinwand mit ihrer Markenreklame Richtung Brühlsche Terrasse stehen bleiben. Und noch eine Merkwürdigkeit ist mir bewusst geworden: Es ist wirklich etwas traurig, wie viele Leute bei der Werbung gebannt auf die Leinwand starren und sich nicht die traumhafte Silhouette von Dresden daneben ansehen. Das soll aber am Ende jeder für sich entscheiden. -- Und ich habe natürlich wieder ein paar Hosentaschentelefon-Bilder mitgebracht:
stefan am 17.08.2010 bisher 5 Kommentare

5 Kommentare zu diesem Beitrag

  1. Andiii   17.08.2010

    Ich fand die weiter nach vorn gerückte Leinwand eher doof. Sitzt man im Filmgarten, muss man sich nämlich sehr weit nach vorne setzen, um nicht das Geländer mit im Bild zu haben. Das Problem gab es mit der eigentlichen Leinwand nicht. ;)

    Zur Werbung: Die Drewag-Lichtspiel-Werbung sehe ich mir immer wieder gern an! :D
    Überraschend war für mich übrigens auch die Reaktion auf den Spot von TU und StuRa: Applaus, habe ich bei den drei vorherigen Besuchen noch nicht erlebt, aber schön! :)

    • stefan   17.08.2010

      hi andiii.
      ja okay – den filmgarten hatte ich garnicht bei meinem lob berücksichtigt. aber den bekommt man ja mittlerweile als normalsterblicher auch nicht mehr mit durch die ganzen vip- und club-bereiche.

      welche drewag meinst du? das mit den geflügelten insekten in der lampe? naja .. hat man sich auch schon sattgesehen die letzten jahr oder? ;-)

      ja der anti-nazi-clip kam wohl ganz gut an. zwar verhaltener – aber hörbarer applaus. richtig so.

      • Andiii   18.08.2010

        Ich kannte den Insekten-Spot noch nicht, sah ihn also zum ersten Mal – war aber auch lange nicht bei den Filmnächten. :)

        Im Filmgarten habe ich auch als Normalsterblicher bei jedem Film gesessen. Beim ersten Besuch habe ich der AOK meine Daten gegeben und durfte dafür im Gegenzug auf einer grünen Hand (unbequem) Platz nehmen. Und sonst hieß das Rezept einfach immer nur “zeitig da sein”. ;)

        • stefan   18.08.2010

          ja das mit dem zeitig da sein hat früher mal geklappt wo noch keine zweiklassengesellschaft herrschte. dann kommt noch dazu, dass ich mich wahrscheinlich immer an der falschen kasse anstelle (lässt später rein, pannen etc).
          und der aok will ich nicht schon wieder meine daten geben – hab die dort letztens erst wieder löschen lassen – wie sieht denn das aus :-)

          • Andiii   18.08.2010

            Onlineticket und die entsprechende Kasse haben (bis auf letzten Mittwoch) immer super funktioniert.
            Letzte Woche hieß es dagegen erst mal warten bis die vor uns fertig waren (5 Karten, aber bisher nur zu zweit – wie kommen die anderen drei rein?). Die Taschenkontrolleure hatten ja gesagt, wir stehen mit unseren Onlinetickets genau richtig. Als eine Lösung für das Problem vor uns gefunden war, wurden wir nur weitergewunken: “Die Zettel bitte einfach da vorne [beim Kartenabreißer] abgeben.”

            Und der Einlass allgemein scheint von einer Anweisung “von oben” abzuhängen. Einmal waren die Kassen besetzt, die Taschenkontrolleure bereit, der Kartenabreißer an Position, einfach alles fertig, halb 8 war es auch schon. Die ersten wollten auch schon rein… “Gehen Sie bitte noch einmal zurück, wir dürfen noch niemanden reinlassen.”

Eine Meinung, Frage oder Anmerkung dazu?
Wir freuen uns sehr über deinen Kommentar!

deine E-Mail oder Website angeben? (optional)