Generation „Casper“ – Rückblick Konzert

„Eieieiei – was’n ditte hier“ dachten wir uns, als wir an der Reithalle im Industriegelände ankamen. Die Menschenschlange wandelte durch die halbe Straße E. Bis zum Fahrenheit anstehen. Kalt. Ich will da reeeeiiiin, verdammt. So hatten wir jedoch Zeit uns das Publikum näher zu bringen. Ich wiederhole mich nur ungern aber „Eieieiei – was’n ditte hier“. Casper als Musiker existiert schon eine Weile. Von Mixtapes und diversen Kollaborationen veröffentlichte er 2008 sein erstes Album „Hin zur Sonne“. 2011 folgte jetzt „XOXO“. Dass er mit Wörtern umgehen kann, ist der Mehrheit jedoch erst seit XOXO ins Gehör geschossen. Und plötzlich war er da – der Fame. Geliebt von Tausenden oder sogar Millionen, Chartplatzierungen hier und "BRAVO"-Cover da. Wahnsinn. „Erst wenn MTV wieder Musik spielt“ besingt er im 2008er Album. Und jetzt läuft Casper dann doch lieber auf VIVA. MTV hat sich ja aus dem öffentlichen Bereich verabschiedet. Sauerei übrigens. Ein riiiiiesen Hype um den Bielefelder ist also entstanden. Mittlerweile knapp 250.000 LIKES bei Facebook, und die Zahl steigt. Der Mann hat’s geschafft – finde ich – findet auch ein Haufen Teens. Die Generation Casper ist geboren. Am Freitag waren da so kleine Menschen, die habe ich zuletzt auf Konzerten gesehen, da war ich selber noch ein kleiner Mensch. Casper wird also ein neuer Backstreet Boy? Passt leider irgendwie ins Bild. Wirkt unberührbar, sieht gut aus. Er spiegelt das Bild der aktuellen Jugendbewegung wider. Er spricht über das, was uns beschäftigt. Dieser lästige Alltag, am liebsten möchten wir einfach nur weg. Auf und davon. Erinnerungen an einen Freund, der uns verlassen hat. Wir denken an dich. Michael X. Anti-Alles für immer. Die letzte Gang der Stadt. Casper trifft so wirklich jeden Ton der Jugend. Jeder findet sich in mindestens einem Song des Albums wieder. Manche bezeichnen es als EMO-Musik. Eine jugendliche Bewegung, die in dunklen Klamotten durch die Straßen zieht. Man sagt auch sogenannte „Emos“ lachen nicht, sind dauer-depressiv. Diese Jugend findet sich wohl in jedem Song des Albums wieder. Als Vorband starteten VIERKANTTRETLAGER. Newcomer aus dem hohen Norden. Eine Band aus Husum, die bereits fleißig bei Radio Fritz trällert. Daher kannte ich sie auch. Haben gerockt, nur das Publikum war nicht soooo sehr dabei. Vorbands haben’s auch immer schwer. Letztes Jahr war der Hammer. KRAFTKLUB!! Die Jungs von VIERKANTTRETLAGER haben auch leider nicht richtig ins Konzept von Cas gepasst. Die Musik ist toll, ohne Frage. Aber es fehlt der Hauch an „Emo" für die die Generation Casper an dem Abend da war. Leadsänger Max sprang bei „XOXO“ für Thees Uhlmann ein und überzeugte mit hervorragender Stimme. Genial. Danke dafür. Casper glänzte mit knapp anderthalb Stunden Bühnenshow. Habe gar nicht auf die Uhr geschaut. Konzert ging los – zack – Konzert war schon wieder zu Ende. Hoi. Zwischendurch musste leider unterbrochen werden. Ein Mädchen ist umgekippt. Der sogenannte Wellenbrecher hatte auch nachgegeben und musste gerichtet werden. Das war etwas ärgerlich, bescherte uns aber noch etwas Zeit mit dem Herren und seiner Band. Seine Stimme ist der Wahnsinn. Nein, er ist nicht erkältet, er redet und singt wirklich so. Das macht ihn aus. Leider fehlte es an dem Abend an Spontaneität. Nach der ungewollten Unterbrechung wurden die letzten Songs einfach wiederholt. Alles wirkte wie 100% durchgeplant - die Parts an denen die Fans mitsingen konnten. Wirkte doch recht steif. Die Nähe zum Publikum war da, hätte aber mehr sein können. Am Ende sehe ich über die 12-Jährige, die mit ihrem Vater da war, und alle anderen Teenies hinweg. Man wird auch nicht jünger. Musik ist für Jedermann und Konzerte sind es auch. Muss man sich als Fan dann auch an den Ruhm des Musikers gewöhnen. Was tut man nicht alles. Letztes Jahr in der Scheune fand ich es besser – da war „XOXO“ aber noch nicht draussen. Dieses Jahr war es gut. Ich bin gespannt, wie es sich in den nächsten Monaten weiterentwickelt. Generation Casper kommt aber defintiv an.
caro am 23.10.2011 bisher 2 Kommentare

2 Kommentare zu diesem Beitrag

  1. stefan   24.10.2011

    vielleicht dachten die 12jährigen auch, dass sie zum kasper-theater gehen :)
    aber hübsche zusammenfassung des erlebnisses liebe caro. mein ding ist die musik zwar nicht, aber ein löblicher junger mann ists wohl allemal.

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