Kirchentag voraus!

Die Aufmerksamen unter uns werden es mitbekommen haben: Seit Wochen wird das Geschehen sichtbar in Form von Zeltstädten, Bühnen und Riesen-Kreuzen aufgebaut und man ahnt: Ab spätestens morgen herrscht in Dresden wohl Ausnahmezustand. Wie Olaf Schubert am Sonntag in der Saloppe schon mahnte: "Sie kommen. Ich habe schon welche gesehn!" Dresden ist 2011 der Austräger des 33. Deutschen Evangelischen Kirchentags. Vor knapp zwei Jahren wurde das Planungsdomizil im alten Bürogebäude auf der Ostraallee gegenüber der Morgenpost in Beschlag genommen und seitdem wird vermutlich auch emsig konzipiert und gedeichselt. Es soll ja schließlich nichts dem Zufall oder höheren Mächten überlassen werden wenn über 100.000 gläubige Gäste in die Landeshauptstadt strömen und hier bis Sonntag bleiben und bespaßt werden wollen. Weiträumige Fußgängerzonen (Terrassenufer, Theaterplatz, Augustusbrücke, Devrientstraße, Ostra-Ufer, Messehalbinsel) und sonstige Verkehrseinschränkungen (Parkverbote, einspurige Marienbrücke, beseelte Radfahrer und Fußgänger) werden den Gewohnheits-Dresdner sicher etliche Nerven und Zeit abfordern. Aber gastfreundlich wie wir sind, blicken wir stolz(!) auf unseren schönen und hübsch bebauten Landstrich und freuen uns, wenn dieser bestaunt und in die Welt getragen wird. Morgen Abend wird dann auch der gemeine Bürger zum Abend der Begegnung geladen. Als Auftakt des Kirchentages werden über 300.000 Menschen erwartet, welche einem vielfältigen Bühnen- und Gastroprogramm ausgeliefert sein dürfen. Wie ich lesen musste, wird es jedoch keine Bierstände geben um die örtlichen Kneipen etwas Umsatz zu bescheren. Immerhin ist der Eintritt frei. Bis Sonntag werden die angereisten Protestanten dann ihr eigenes Programm mit Bibelarbeiten, Gesängen und Gebeten durchziehen. Als feierliches Ende wird am Sonntag eine Abschlusskundgebung unter anderem mit 150.000 in die Elbe gelassenen Kerzen stattfinden, welche ein musikalisch untermaltes Lichtermeer bilden sollen. Das kann ja was werden ..

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