Modelleisenbahnmesse

Öh, okay, zugegeben: Ich war auf der Modelleisenbahnmesse. Aber auch das kann den Horizont erweitern! Die demografische Besucherentwicklung ist ungemein spannend (natürlich war ich am Freitag = Seniorentag). Grundsätzlich kommen vor allem Männer. Modelleisenbahn ist immer noch das klassische Männerhobby. Meist ist Opa mit Oma da (Oma musste mit!) sammt Enkel. Zusammen machen sie das Messegelände unsicher, fahren auf der "Modellbahn mit Personenbeförderung", die echten Dampf ablässt, essen ein Eis und trinken schließlich noch ein Bier (als nur der Opa). So sah das klischeemäßig aus. Toll, dass sich auch Kinder der heutigen Zeit für Eisenbahn begeistern lassen. Leider waren das durchweg Kinder, die noch keinen Computer entdeckt haben, dann ist Sense mit der Tuff-tuff Bahn. Was gibt es zu sehen bei einer Modellbahnmesse? Wer sich das schon immer gefragt hat, dem kann jetzt geholfen werden: Nicht nur Eisenbahnen gibt es zu sehen! Viele Vereine stellen sich vor, es werden große Anlagen gezeigt und man kann mit Modellbahnfachhändlern fachsimpeln, sich Broschüren mitnehmen und über Neuerwerbungen diskutieren. So! Jetzt wissen alle Bescheid! Aber das ist längst noch nicht alles! Man kann auch den "Lok-Doktor" kennen lernen, das ist eine Firma, die sich mit der Reparatur der Modellstücke befasst. Außerdem kann man die neusten elektrischen Erscheinungen beobachten, mittlerweile kann man alles elektrisieren und zum bewegen bringen. Da wackelt die Kuh mit dem Kopf, leuchtet der Brunen, wippen die Kinder und bimmelt das Andreaskreuz. Fast alles ist möglich! Außerdem gibt es sogar schon Software, mit der man sich den Hintergrund der Eisenbahnanlage ausdrucken kann, quasi den Horizont. Wer Berge haben will, der kriegt Berge, wer Bäume haben will, Bäume. So einfach ist das in der Welt des Modells. Auch dem Fremdsprachenfreund kann geholfen werden. Wer sich schon immer auf dänisch oder tschechisch über Eisenbahnen unterhalten wollte, der kann beim Dänischen und Tschechischen Modellbahnclub viele tolle Informationen bekommen. Natürlich ist das vor allem ein teures Hobby. Egal welche Spur (von Spur Z = ganz klein bis Lehmanns Gartenbahn =1:16) muss man ordentlich zahlen. Vor allem von den großen Bahnen kostet manchmal ein einzelnes Rad 8 Euro. Da muss man den ganzen Monat nur auf die Räder sparen. Trotzdem bleibt zu hoffen, dass dieses Hobby nie austirbt und immer wieder seine Liebhaber findet!
anja am 20.02.2011 bisher 2 Kommentare

2 Kommentare zu diesem Beitrag

  1. Kami   20.02.2011

    “Leider waren das durchweg Kinder, die noch keinen Computer entdeckt haben…”

    Ich habe mich in meiner “Jugend” vor ein paar Jahren auch sehr für Modelleisenbahn interessiert, aber dieses Interesse beruhte hauptsächlich auf der damals recht neuen Entwicklung die Steuerung zu digitalisieren und z.B. eine gesamte Anlage mit mehr als 100 Zügen, Straßenbahnen und Autos unabhängig voneinander zu steuern.
    Ohne Computer unmöglich und heute möglicherweise einer der Gründe warum ich Informatik studiere. :)

  2. stefan   20.02.2011

    ich denke, spätestens wenn ich enkel hab wird das thema auch wieder aktuell sein. ein hübsches hobby für verregnete tage.

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