Striezelmarkt-Bilanz 2010

Nach 30 geöffneten Tagen geht morgen am Heiligabend um 14 Uhr der diesjährige Striezelmarkt zu Ende. Vermutlich war jeder Dresdner mindestens einmal darauf zu finden - oder hat zumindest wissentlich einen Bogen um die adventliche Menschenansammlung gemacht. Die Halbzeitbilanz fiel seinerzeit aus Händlersicht nicht berauschend - eher unerfreulich aus. Schuld gab man nicht dem Wetter sondern den gestrichenen verkaufsoffenen Adventssonntagen, die nicht genügend Menschen in die Innenstadt trieb. Hier nun ein paar zusammengetragene Zahlen mit meinen Anmerkungen:
  • es war immerhin bereits der 576. Striezelmarkt - es wird zwar hin und wieder gern behauptet, es sei der älteste von Deutschland oder gar der Welt - aber mit Sicherheit kann man das nicht sagen
  • die Polizei registrierte 91 Straftaten (darunter 64 Diebstähle) - zudem wurden 39 Fundsachen abgegeben
  • die Standgebühren bewegten sich vermutlich im Bereich der Vorjahre zwischen 8,18 Euro für allgemeine Verkaufsware bis 13,04 Euro für einen Imbiss mit Glühweinverkauf (Preise in Netto pro Quadratmeter und Tag)
  • 99% würden laut einer Umfrage unter 750 Besuchern den Markt ihren Freunden oder Bekannten weiterempfehlen
  • Hauptbesuchsgrund ist das Bummeln über den Markt (51%) - es folgen Essen und Trinken (23%) sowie Geschenke kaufen (18%)
  • an 25 von 30 Tagen lag Schnee auf dem Altmarkt (sicherlich von Neuschnee bis Dreckschnee) - damit ist es einer der schneereichsten Striezelmärkte der Geschichte
  • es waren wieder geschätzte 2,5 Millionen Besucher auf dem Markt - wie man auf diese Zahlen kommt ist mir aber nicht erklärlich. Und: Ab wann zählt denn ein Besuch? Wenn man bereits daran vorbeiläuft oder vor dem Schwibbogen steht? Zählen zwei Besuche einer Person an einem Tag doppelt? Zumindest liegt die Zahl auf Vorjahresniveau und hätte sicherlich durch besseres Wetter, Verzichten auf Terrorwarnungen sowie die fehlenden verkaufsoffenen Sonntage noch erhöht werden können. Allerdings hätte es von der Menge an Menschen nicht unbedingt viel mehr sein dürfen - zumindest war das mein Empfinden bei einigen Besuchen.
  • anhand von ca. 600.000 Tassenspülungen kann man die ungefähre Anzahl an ausgeschenkten Glühweinen, Kinderpunschen, Feuerzangenbowlen, heißen Schokoladen etc. ableiten. Diese Zahl ist übrigens ebenso etwa auf 2009-Niveau. Wenn ich diesen Wert hingegen mit den Besuchern vergleiche, kann ich mir daraus in etwa möglicherweise realistischere Besucherzahlen ableiten.
  • im Pflaumentoffel-Haus spielten und bastelten etwa 3.000 Kinder - ein neuer Rekord. Dafür spielten im Wichtelhaus vom Kindervereinigung Dresden e.V. nur etwa 450 Kinder. In der Weihnachtsbäckerei buken etwa 1.600 Kinder Plätzchen ;-)
  • die offizielle Website www.dresden.de/striezelmarkt verzeichnete ungefähr 155.00 Zugriffe. In welchem Zeitraum und mit welcher Messmethode ist leider nicht überliefert.
  • das Rathaus beantwortete über 200 Anfragen von Zeitungen, Radiostationen und TV-Sendern aus Deutschland und der ganzen Welt
Ich persönlich empfand den diesjährigen Striezelmarkt prinzipiell gut gelungen und weihnachtlich hübsch. Ein paar kleinere Störfaktoren, wie zuwenig Mülleimer und die "toten" Buden Richtung Altmarktgalerie kann man sicherlich im nächsten Jahr noch optimieren. Auch die Strafzettel-Politik des Ordnungsamtes ist unbegreiflich - obgleich ich selbst immer Glück hatte. Jedoch hinterlässt so ein Zettelchen sicherlich einen faden Nachgeschmack beim Touristen - gerade bei den Schnee- und Temperaturverhältnissen sowie gerade in der Adventszeit. Aber so ist das nunmal in Dresden. Vom Auftreten der uniformierten Zettelroller mal ganz abgesehen - aber das ist ein anderes Thema. Hier nun noch ein paar für styleDD-Beiträge typische Eindrücke: Wir wünschen unserer Leserschaft einen fleißigen Weihnachtsmann, friedliche Tage mit den Lieben und einen schwungvollen Rutsch in ein sagenhaftes Jahr 2011 :-)
stefan am 23.12.2010 bisher 5 Kommentare

5 Kommentare zu diesem Beitrag

  1. Dirk Blümel   23.12.2010

    Die Wertung “Nur etwa 450 Kinder” im Wichtelhaus finde ich nicht objektiv.

    • stefan   23.12.2010

      nein – die wertung ist natürlich relativ. kannst du zu diesem wichtelhaus was sagen?

  2. caro   23.12.2010

    Ich fands toll, waren schõne wenn auch fußkalte stunden, verrückt allerdings wie schnell das alles schon wieder vorbei ist…

    Ps: gesendet von meinem neuen smartphone ;)

  3. frank   23.12.2010

    nette bilder. interessant vor allem bild 4.

    http://www.dnn-online.de/dresden/citynews/dresdner-bank-lebt-nur-in-dresden-weiter/r-citynews-a-4309.html

    war für mich neu …

    • stefan   23.12.2010

      danke für den link. wirklich interessant zu lesen.

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