Lloyd’s Café & Bar – Frühstück bis 16 Uhr

Im Lloyd’s heißt es “Frühstück bis 16 Uhr” – da denkt man, entspannt und in aller Ruhe mit den liebsten Freunden für Stunden gemütlich beisammen zu sitzen und sich mit reichlich Croissants & Co. den Magen füllen zu können. Leider war das am heutigen Tag nicht der Fall.

Von Vorteil war es, dass wir reserviert hatten. Das Café war bis zum letzten Tisch gefüllt, verteilt hat sich das Ganze auf zwei bis drei Kellner, die für die Masse an Bestellungen eindeutig unterbesetzt waren. Eine von ihnen arbeitet dort über eine Art Behindertenhilfe (oder Ähnliches – ihr Schild war leider schlecht zu lesen). An sich finde ich die Idee und die Umsetzung solcher sozialen Projekte, in denen körperlich und/oder geistig behinderte Menschen gefordert werden, wirklich toll. Allerdings wurden der Dame drei relativ große Tische zugewiesen, mit denen sie sichtbar überfordert war. Eben auch wir saßen an einem dieser Tische.

Die Bestellung verlief noch unkompliziert und auch die Getränke kamen wirklich schnell. Auf unser langersehn-
tes Frühstück (man trifft sich ja auch erst 11 Uhr mit bereits knurrendem Magen) mussten wir jedoch eine Stunde warten. Während andere (kleinere) Tische vor uns ihr Frühstück serviert bekamen, mussten wir uns noch einmal bei der oben genannten Kellnerin erkundigen, ob wir denn nicht vergessen worden sind. “Das dauert, es ist viel los” wurde uns schroff entgegen geworfen. Zehn Minuten später ging es dann aber los. Stück für Stück (mehr als zwei Teller konnten nicht getragen werden) kam unser Frühstück, jedoch unvollständig. Brötchen wurden vergessen, von Tellern war gar nicht erst die Rede und auch das Rührei für die Kleinste unserer Runde ging angeblich schon raus, kam aber nie bei uns an. Nachdem der Geduldsfaden fast gerissen ist, kümmerte sich eine der anderen Kellner, diesmal mit Sorgfalt, um uns.

Das Frühstück war okay – leider habe ich schon Besseres serviert bekommen. Bei mir gab’s “das Sächsische” und auch wenn es wenig aussah und nicht wirklich liebevoll angerichtet wurde – es hat gesättigt – und übrig geblieben ist auch Einiges. Über das Preis-Leistungs-Verhältnis lässt sich jedoch streiten – ist wohl Ansichtssache, wenn man die Umstände betrachtet. Bei einem richtigen Brunch mit Buffet würde man wohl besser kommen. Das Ambiente im Lloyd’s stimmt auch. Klein und gemütlich, an einer Ecke des Martin-Luther-Platz’ gelegen, kann man dort sehr gut verweilen.
Schade, dass uns durch die Bedienung ein klein wenig der Spaß an einem gemütlichen Frühstück genommen wurde, aber vielleicht hatten wir auch nur einen schlechten Tag erwischt. Empfehlenswert (für ein Frühstück außerhalb) ist das Lloyd’s wohl nur in den Zeiten, in denen die Masse normalerweise nicht mehr frühstückt (deswegen wohl auch das Angebot bis 16 Uhr).

Erneut zu meiner Verteidigung: Ich möchte hier nicht als unfreundlich gegenüber behinderten Menschen darstehen. Jedoch finde ich es nicht von Vorteil, denjenigen mit großen Tischen zu besetzen. In meinen Augen war die Dame überfordert, kleinere Tische hätten es auch getan. Hier fehlte es definitiv an Struktur und Organisation.


caro am 24.05.2010 bisher ein Kommentar

Ein Kommentar zu diesem Beitrag

  1. stefan   24.05.2010

    hmm .. a la carte ist nunmal kein brunch – aber natürlich ist es scheinbar immer überraschend für den ein oder anderen gastronom wenn gäste kommen. klar fällt das personal nicht auf einmal vom himmel – aber dauerhungrige gäste behalten keinen guten eindruck vom besuch. für die lange wartezeit könnte man auch nen kleinen brotkorb mit dip auf den tisch stellen.

    aber dafür sind wir ja da – um zu prangern, zu kritisieren und letztendlich dann vielleicht auch zu loben :-)

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